Seiser Alm Reisebericht Tag 1 – Die Anreise nach Südtirol

Morgens um 7:30 Uhr schmeißt mich meine Frau sprichwörtlich aus dem Bett und begeistert öffne ich meine zwei Äuglein, um dann gleich freudig festzustellen, dass wir heute ja in Urlaub fahren.

 Seiser Alm Panorama

Seiser Alm Panorama

Mit dem Auto zur Seiser Alm in Südtirol. Darauf freue ich mich schon seit Wochen und so motiviert schlurfe ich in die Küche, um mir einen Kaffee zu machen und mich vor dem Fernseher erst einmal zu entspannen. So wie es bei meiner Frau beim Abreisetag üblich ist, ist sie schon morgens um 5:00 Uhr oder sowas aufgestanden, um die letzten Sachen einzupacken und ist aufgeregt wie ein „Eichhörnchen auf Adrenalin“.

Der morgendliche Urlaubs-Abfahrt-Wahnsinn

Normal und für mich nach so vielen Jahren keine Überraschung mehr. Trotzdem nervt es mich ein wenig – wie immer. Denn ich bin eher der Typ der morgens langsam in Gang kommt und dafür abends lange durchhält. Meine Frau ist das Gegenteil. Wie immer werde ich bereits nach 5 Minuten mit einigen Aufforderungen genervt, dass ich mich fertig machen muss, weil ja die Zahnbürste eingepackt werden muss und natürlich auch die Haarbürste. Als ob wir nicht 5 Bürsten im Schrank hätten, na gut zwei.

Naja, ich freu mich auch und will auch möglichst schnell immer losfahren, aber eigentlich ist es mir völlig wurscht, ob ich 1 Stunde später oder früher mich auf den Weg in den Urlaub mache. Aber meine Frau sieht das anders und sie würde am liebsten nachts um zwei losfahren, damit sie dann morgens um 8:00 Uhr ankommt. Zum Glück darf man bei den meisten Ferienwohnungen und Ferienhäusern nicht früher einchecken und deswegen bin ich darüber ganz glücklich. Meiner Frau ist das aber meistens piepegal und sie steht 2 Stunden vor dem vereinbarten Termin da und meistens klappt das auch.

Na gut. Also gehe ich ins Bad und mach mich fertig und stelle beim Blick auf meine Terrasse fest, dass das Wetter schön ist und die Sonne scheint. Zumindest für die Uhrzeit! Aber für deutsche Verhältnisse ganz nett. Während ich mich fertig mache ist meine Frau natürlich schon mit dem Packen komplett durch und nachdem ich meine Klamotten angezogen habe fahr ich das Auto vor die Haustür und lade unsere Sachen ein.

Mein Hund hat mal wieder Verlustängste

Mein Hund steht auch schon wieder vor der Tür und sie erinnert mich vehement daran, dass man sie bitte nicht vergisst :-) Also alles wie immer wenn wir mit dem Auto wegfahren, und so langsam steigt bei mir die Vorfreude. Und meistens fahren wir mit dem Auto in Urlaub, um sie mitzunehmen. Und trotz ihres immerhin schon stolzen Alters von sieben Jahren denkt sie immer noch, dass sie daheim bleibt – alleine. Das lässt mich jedes Mal an der Intelligenz meines Hundes zweifeln, da sie noch nie alleine daheim blieb wenn wir die Koffer gepackt haben. Noch nie!

Wenn wir weg fliegen, auch dann packen wir sie ins Auto in dem Moment und fahren Sie dann zu unseren „Hundesitter-Platz“, wo wir glücklicherweise tolle Züchter haben, die inzwischen enge Freunde von uns sind, und dort hat sie einen super Platz, wenn wir einmal weg fliegen. Also ungefähr alle fünf Jahre einmal :) Denn meine Frau kann sich kaum von unserem Hund trennen und kriegt jedes Mal einen Anfall, wenn sie auch nur dran denkt, dass der Hund vielleicht einmal eine Woche von uns getrennt ist. Bei zwei Wochen muss man dann natürlich gleich erst mal fünf Tage lang Abbitte leisten!

Urlaubsziel – Die Ferienregion Seiser Alm in den Dolomiten von Südtirol

Nein, Spaß beiseite: so schlimm ist es natürlich nicht, aber in der Regel schauen wir eben das unsere Australian Shepherd Hündin bei uns ist, weil wir sie ja auch sehr gerne haben. Da wir diesmal uns als Urlaubsziel die Seiser Alm in den Dolomiten von Südtirol ausgesucht haben, ist das auch kein Problem. Denn gerade in den Bergen fühlt sich mein Hund sauwohl, genauso wie wir.

Nachdem wir unser Gepäck verstaut haben, was jedes Mal irgendwie mehr wird, checken wir noch einmal die Wohnung durch, ob alle Fenster geschlossen sind, das Wasser abgedreht ist und die Terrassentür zu ist, und dann geht’s los ins Auto. Meine Frau schmeißt das Navi an und gibt unser Ziel ein. Laut Navi gute 5 Stunden, laut meiner Erfahrung in Südtirol eher 6-7 Stunden. Denn wir waren zwar noch nicht in der Ferienregion Seiser Alm, aber wir waren schon in Pfelders in Südtirol und wir waren auch schon bei den Drei Zinnen. Und in Südtirol fährst Du Dich halt kaputt!

Ich freu mich schon auf die vielen Passstraßen!

Denn so viele Pässe mit Schnarchnaßen vor mir habe ich noch nie gehabt und das einzige Manko, dass für mich Südtirol hat ist, dass Du ein ewiges gekurve hast und 1000 lahmarschige Wohnmobile vor Dir und zehn Opas die ihren Hut im Rückspiegel sehen, aber die Straße nicht davor :)

Wo wir in Pfleders waren musste ich jedes Mal eine Dreiviertelstunde über den Pass fahren, um mal irgendwohin zu kommen. Und da wir, egal wo wir hinfahren, immer uns möglichst viel anschauen wollen und es uns langweilig wird wenn wir immer am gleichen Fleck sind, fahren wir auch gern mit dem Auto dann einmal 1 Stunde woanders hin. Und das jeden Tag.

Und wenn Du halt dafür über drei Pässe musst mit 40-50 km/h, weil der Durchschnittstourist eben Angst hat das sein toller BMW oder Mercedes irgendwo hängen bleibt, dann ist das extrem nervig. Hast Du Südtiroler vor Dir, dann geht das natürlich fix, hast Du Deutsche oder andere Touristen vor Dir, dann kannste nebenher noch auf Facebook ein paar Posts machen und dir einen Kaffee zubereiten. So langsam fahren manche darum.

Aber jeder der schon mal da war, kennt das ja und wenn Du so ein fahrendes Verkehrshindernis bist, dann sorry für meine harten Worte :-). Alles über 60 hat auch meinen Segen, denn ich kann durchaus einsehen, dass man im Alter etwas langsamer wird. Aber wenn ich dann 30,40 oder 50-jährige Leute sehe, die mit 22,5 km/h auf gut ausgebauten Passstraßen durch die Gegend eiern, dann geht mir sprichwörtlich schon mal das Messer in der Tasche auf. Da helfen dann nur noch schlichtende Worte meiner Frau oder eine meditative Atemübungen, die ich mal irgendwo im Internet gelesen habe :-)

Auf geht’s zur Seiser Alm

Ich wohne in Obertürkheim in Stuttgart und deswegen geht’s bei mir jetzt erst mal auf die B10 um auf die Autobahn zu kommen. Die Autofahrt mit meiner Frau ist immer lustig und wir haben uns immer viel zu erzählen, da wir im normalen Alltag gerade in der innerhalb der Woche sehr viel zu tun haben.

Meistens arbeite ich von morgens früh bis spät abends und auch meine Frau ist nach der Arbeit noch sehr aktiv und deswegen haben wir meistens nur das Wochenende und eben unsere Urlaube, wo wir richtig viel quatschen können. Hört sich so an, als ob wir sonst nicht quatschen, aber das wäre jetzt auch übertrieben. Meistens läuft bei uns am Tag WhatsApp heiß oder auch das Telefon.

Obwohl seit ich WhatsApp für mich entdeckt habe, bin ich ein echter Fan von dem Ding. Habe ich früher noch für einen neumodischen Kram gehalten, so muss ich jetzt sagen, dass das unheimlich praktisch ist, um in Kontakt zu bleiben. Denn schließlich kann man ja nicht dauernd telefonieren – gerade nicht auf der Arbeit. Außerdem kann man so mit vielen Leuten in Kontakt bleiben, ohne allzu viel Zeit daran zu verlieren. Klingt egoistisch? Stimmt! Ich hab keine Zeit 2 Stunden am Tag mit irgendwelchen Leuten zu quatschen.

Trotzdem möchte ich natürlich meine Bekanntschaften pflegen und da ist so eine kurze Konversation über WhatsApp, die ich immer mit dem Sprachgenerator, mache einfach super.

Auto fahren ist einfach super!

Auf der Autofahrt quatschen wir über Dies und Das und so langsam steigt die Stimmung. Denn bei mir zumindest ist es immer so, dass ich sobald wenn ich ins Auto steige eigentlich schon komplett mit dem Alltag abgeschlossen habe. Dann bin ich im Urlaub und egal was vorher war, ich kann mich meist super entspannen – und zwar schon auf der Autofahrt. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Leuten bin ich ein absoluter Fan vom Autofahren und es stresst mich kein bisschen. Gut nach 10 Stunden zwickt mal der Rücken, aber alles o. k. Diese Fahrt ist ja relativ kurz, also quasi ein Kinderspiel!

Besser zwei Reiseführer zuviel, als einer zu wenig!

Meine Frau liest mir ein bisschen was vor über die Seiser Alm, weil sie wie immer jede Menge Zeug ausgedruckt hat und natürlich auch dreieinhalb Reiseführer gekauft hat und das aufgeschriebene wird kaum noch benutzt.

Ich bin dann derjenige, der da reinschaut und überlegt was man am nächsten Tag machen kann :-) Nein, war ein Witz, meine Frau weiß immer schon genau was sie da machen möchte. Aber wir sind keine „Sehenswürdigkeitenjunkies“, die den ganzen Tag irgendwie rumfahren, um die 20. Kirche in einem kleinen Dorf anzusehen!

Aber wenn uns was interessiert, dann fahren wir auch dahin. Ich persönlich bin natürlich mal wieder null vorbereitet und hab gar keinen Plan. Ich weiß nicht mal wo die Seiser Alm genau ist. Naja gut, ich weiß es ist in Südtirol und ich weiß das da irgendwo die Dolomiten sind. Das war’s!

Ich nutze meistens dann alle ausgedruckten Unterlagen und Reiseführer meiner Frau, um dann vor Ort in aller Ruhe mir das genau anzusehen. Das erste was machen werden ist sowieso irgendwann in ein Touristik-Informationszentrum dort zu gehen und uns ein paar Karten zu besorgen.

Zähflüssiger Verkehr

Leider trifft uns auf der Fahrt immer wieder zähflüssiger Verkehr und natürlich wie in Deutschland inzwischen üblich jede Menge Baustellen.

Ganz ehrlich: so viele Baustellen wie in Deutschland gibt es auf keiner europäischen Autobahn. Alle 20 km irgendeine „Drecksbaustelle“ auf der meistens keiner arbeitet. Denn wir fahren ja ausnahmsweise mal unter der Woche los und wie üblich, sehe ich ein kaum an einer Baustelle einen arbeiten. O. k. an manchen Baustellen, die ungelogen 5-10 km lang sind, hast Du zwei „Hansele“ stehen die rauchend zu dritt an einer Maschine rumdrücken, aber von Arbeit sieht man hier nicht viel.

Kein Wunder also, dass wir in Deutschland so viele Baustellen haben, wenn jedes kleine Loch in der Straße ein Jahr braucht um repariert zu werden. Gut für die Vermieter, gut für die Bauunternehmer, schlecht für die Gesellschaft!

Wenn ich durch Frankreich, Italien oder selbst durch Spanien fahre, die angeblich alle pleite sind laut unserer Bundesregierung, dann sehe ich kaum mal eine Baustelle auf der Autobahn. Gleichzeitig sind die Autobahnen viel besser in Schuss und ich frag mich schon was bei uns falsch läuft.

Naja, egal: das ist ein Thema das mich immer schon aufgeregt. Wahrscheinlich ist das ein gutes Geschäft für die Bauunternehmer und auch die Vermieter von kilometerlangen Hütchenstrecken und Signalschildern. Schließlich kann man so auch sein Zeug vermieten und es steht dann halt blöd auf der Autobahn rum. Schlecht für den Steuerzahler, aber natürlich gut für die Beteiligten. Wie schon befürchtet, dauert die Fahrt natürlich länger als die vom Navigationsgerät versprochenen 5 Stunden und 10 Minuten.

Einmal verfahren wir uns ein bisschen in Österreich, weil meine Karte von Österreich schon ein paar Jahre alt ist und eine Ausbaustrecke nicht kennt und dann haben wir natürlich wieder die Südtirol typischen Verkehrsprobleme.

Endlich in Völs am Schlern

Völs am Schlern Anfahrt

Völs am Schlern Anfahrt

Nach knapp 6 Stunden sind wir dann kurz vor Bozen und müssen von der Autobahn runter, um per Passstraße hoch nach Völs am Schlern zu fahren.

Endlich in Völs am Schlern!

Die Passstraße nach Völs am Schlern hoch ist o. k. und gar nicht mit sovielen Kehren ausgestattet wie ich das kenne (Ich glaube es wahren nur 23 :)). Also noch wirklich keine typische Paßstraße, aber schon Südtirol Flair.

Peternaderhof – nach rechts bitte

Nachdem ich kurz vor Völs am Schlern oben bin, steht schon ein Schild auf dem nach rechts der Peternaderhof angezeigt ist. Die Vermieterin hat uns allerdings schon angekündigt, dass wir diesen Weg bitte nicht nehmen sollen, weil er nicht besonders gut ist.

Wir sollen in Völs am Schlern abbiegen und den sogenannten offiziellen Weg benutzen. Alles klar und ich fahre nach Völs am Schlern rein. Sind ja nur 150 m gefühlt, weil Völs als kleines Bergdorf natürlich nicht besonders groß ist. In der Mitte ist ein kleiner Kreisverkehr in dem ich rechts abbiegen muss zum Peternaderhof.

Etwas eng die kleinen Bergstraßen :=)

Hier haben wir ein erstes tiefes Durchatmen meiner Frau :-) Denn sie hasst enge Straßen und in den Bergen hat sie immer gleich Panik, wenn die Straßen mal ein bisschen kleiner sind. Denn natürlich gibt es in einem Bergdorf keine 5,20 m breiten Straßen und ich muss zugeben: die Straße zum Peternaderhof wird am Ende doch relativ schmal. :-)

Es gibt Ausweichbuchten, aber da uns hier schon der erste Bus begegnet und es ziemlich eng ist, sieht meine Frau gerade nicht so glücklich aus. Aber aus Erfahrung weiß ich, dass sie sich da schnell dran gewöhnt und außerdem fahre ich ja. Wir fahren also die paar 100 m weiter und am Schluss der Strecke muss ich feststellen, dass es jetzt extrem steil runter geht und so langsam frage ich mich, ob das der richtige Weg ist?

Ich komm an einem Bauernhof vorbei, dann noch an einem kleinen, 100 m weiter der nächste und dann stehe ich vor einer kleinen Holzbrücke und frage mich ernsthaft, ob ich mich verfahren habe. Zum Glück ist da ein Schild wo Peternaderhof draufsteht und dann ist alles klar: ich muss über diese kleine Holzbrücke. Für einen Städter aus Stuttgart natürlich etwas ungewöhnlich aber für ein Bergdorf eigentlich ganz normal. Ich fahre über die kleine Holzbrücke und dann geht es erst hoch und dann abschüßig ziemlich buckelig auf den Parkplatz (Hof) runter.

Noch ein klitzekleines Problem vor der Ankunft

Ausblick auf Schloss Prösels

Ausblick auf Schloss Prösels

Da ich natürlich auch ein Stadtkind bin frage ich mich, ob mein Auto hier aufsetzt. Es geht ganz steil runter und dann ohne großen Übergang gerade aus. Da ich einmal ein tiefergelegtes Auto so aufgesetzt habe und mit den Unterboden verkratzt habe, bin ich nun etwas zu vorsichtig. Also sag ich meiner Frau, dass sie bittel aussteigen soll und schauen während ich langsam runterfahre. Natürlich stellt sich meine Sorge im Nachhinein als total unbegründet heraus und ich kann locker auf den Hof des Peternaderhof fahren.

Wunderschöner Bergbauernhof mit herrlichem Ausblick nach Völs

Der Bauernhof ist wunderschön gelegen und die enge Anfahrtstraße ist schon vergessen für mich. Für meine Frau noch nicht ganz. Der Bauernhof liegt traumhaft schön an einem Abhang gelegen und der Ausblick ist phänomenal.
Du siehst Völs am Schlern, Schloss Prösels und sogar die Hammerwand und den Symbolberg Südtirols, den Schlern. Ich bin da!

Weiter an Tag 1 – meine Ferienwohnung auf dem Peternaderhof >>

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